Turnierbericht: Recklinghäuser Guzumi 2014

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Am 29. und 30. März hat das diesjährige von uns veranstaltete Turnier zum mittlerweile vierten mal insgesamt 90 Spieler bei wunderbarem Frühlingswetter in die Innenstadt nach Recklinghausen geführt. Aber fangen wir von vorne an…

Vorbereitungen

Für uns hieß es am Freitag Abend aufbauen. Pünktlich um 18 Uhr waren viele helfende Hände vor Ort um Kisten zu tragen, Tische zu rücken, Uhren aufzuziehen, Bretter vorzubereiten und die Technik einzurichten. Warum Technik? Klar, neben den normalen Dingen wie Drucker und Laptop für die Losungen haben wir uns dieses mal überlegt das erste Brett live aus dem Dan-Raum in den Vorraum zu übertragen. Das hieß dann Webcam anbringen, Streaming-Server und WLAN einrichten, Leinwand aufhängen und gespannt auf das übertragene Bild warten.

Evanesco!

guzumi-re-010Das Bild kam dann auch mit etwas Verspätung, aber wo waren die weißen Steine? Schwarz hatte einen beträchtlichen Vorteil im unteren Drittel des Bretts. Was immer Weiß dort auch gemacht hat, seine Steine verschwanden einfach. War Magie am Werk?

Da wir ja nicht in Hogwarts waren ist diese Option also der weltlichen Erklärung gewichen: Das verwendete Goban und die Deckenlampe wollten einfach nicht harmonisieren und die Spiegelung des Lichtes auf dem Brett überstrahlte die weißen Steine. Nach einigem ausprobieren haben wir dann eine Lösung gefunden und es konnte entspannt dem nächsten Tag entgegen gegangen werden.

Samstag Morgen, halb 9 in Deutschland

guzumi-re-002Viel zu früh für einen Samstag, doch Martin und ich haben schon früh Besuch dort bekommen. Jonas Welticke und Martin Ruzicka waren schon um 9 Uhr zum Freundschaftsspiel gegen China verabredet und mit dem eingerichtetem WLAN konnten wir ihnen glücklicherweise die Möglichkeit bieten daran von unserem Turnierort teilzunehmen. Nur wie das halt so ist mit der Technik und Murphy’s Law: Was schiefgehen kann geht auch schief… Während also das Länderspiel in vollem Gange war und Martin die Voranmeldungen bearbeitete, wollte leider die Webcam für die Übertragung nicht mehr so wie ich wollte und zu allem Überfluss brach dann mitten im Spiel von Jonas auch noch die Internetverbindung zusammen. Aber keine Panik ist das Motto und nach etwas suchen und improvisieren ging dann auch alles wieder. Jonas konnte den fünften Sieg im Freundschaftsspiel holen, die Webcam war jetzt auch wieder gewillt ein stabiles Bild zu liefern und Martin hat die Voranmeldungen fertig bearbeitet. Das Turnier konnte also losgehen!

Das Los der Joker

guzumi-re-005Während Ralf und Martin den größer werdenden Ansturm der angereisten Go-Spieler bei der Anmeldung in Empfang nahmen hatte auch unsere Crew in der Küche alle Hände voll zu tun: Die verbleibende Zeit bis zur ersten Runde wollte noch genutzt werden um sich mit Brötchen, Kaffee und Kuchen zu stärken. Andere nutzten die Zeit stattdessen um sich warm zu spielen und die grauen Zellen in Trab zu bringen.

Nachdem alle angemeldet waren begann Martin direkt mit der Losung und es folgte was folgen muss: Andre und ich mussten als Joker mit ran. Aber dank Martins lieben und einnehmenden Wesens konnten wir ja nicht nein sagen:

Martin: Du Christian, ich hab da mal eine Frage.
Ich: Klar, was denn?
Martin: Also wir sind ungerade.
Ich: Ok? Das heißt?
Martin: Danke!

Andre wurde ebenfalls überzeugt und so landeten wir also schon direkt in der ersten Runde als Joker und haben mitgespielt. Der Plan war meinerseits eigentlich eher Fotos zu machen, aber das kam dann halt einfach später dran.

Aushilfs-Dan oder besser „Bloß nicht total untergehen“

guzumi-re-003Zur zweiten Runde hatte sich dann auch herumgesprochen, dass wir wieder professionelle Nackenmassagen durch unsere erfahrenen Physiotherapeutinnen angeboten haben und der Service wurde auch rege genutzt. Das führte dann schon mal zu der ein oder anderen Verspätung zum Rundenbeginn.

Barbara Knauf saß also am Brett im Dan-Raum und wartete auf ihren Gegner dieser Runde. Und mir nichts dir nichts wurde ich gefragt ob ich solange gegen sie spielen möchte. Ich? ICH? 17k gegen 3d, dass kann ja heiter werden. Aber Commitment ist bekanntlich alles und somit hieß es für mich also „bloß nicht total untergehen“. Hat nicht so ganz geklappt aber Spaß hat es trotzdem gemacht und glücklicher Weise kam dann auch ein leicht gehetzter (weil etwas zu spät) und doch entspannter (weil massierter) Bernd Radmacher und war dann auch ein würdiger Gegner. Vielen Dank an Barbara an dieser Stelle!

Ich hatte dann auch tatsächlich die Zeit Bilder zu machen und den Diskussionen im Vorraum zu dem übertragenem Brett Eins zu folgen. Es war schön zu sehen, dass diese Idee angenommen wurde und zu Gesprächen über das Spiel führte. Und ein wenig hab ich dabei vielleicht auch etwas gelernt…

Der perfekte Zufall

Zum Ende der zweiten Runde stand überraschend Matthias Terwey bei uns. Leider konnte er durch seine Arbeit bedingt nicht früher kommen, doch war er hoch motiviert zu spielen. Aber gegen wen? Einfach mit einzusteigen hätte vielleicht das Gesamtergebnis verzerren können und das wollte er nicht. Doch Überraschungsgast Nummer Zwei kam auf einmal aus Holland zu uns und wollte auch sehr gerne spielen. Der perfekte Zufall und somit hieß es Ring frei zur dritten Runde: Matthias Terwey gegen Rudi Verhagen!

Der Turniertag neigte sich also langsam dem Ende zu und es wurde Zeit die Tore zu schließen. Gut das wir im Drübbelken – unserem normalen Spielort – Plätze reserviert haben. So viele Go-Spieler gab es dort wahrscheinlich noch nicht auf einem Haufen. Erschöpft und glücklich endete der Abend also bei einigen über einem Go-Brett diskutierend, bei anderen Hanabi spielend und bei uns über Genealogie sprechend. Wie auch immer man zu welchem Thema kam. Es war ein schöner Tag!

Fliegende Steine

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Frisbee im Anflug

Der zweite Turniertag startete entspannt, und vor allem etwas später als gestern, mit ausgiebigem Frühstück und der Erkenntnis dass im 13×13-Marathonturnier noch so einiges nachgeholt werden muss. Dort wurden bisher viel zu wenig Spiele gespielt!

Also hieß es den Nachwuchs mit Gegnern zu versorgen und natürlich auch selbst dort mitzuspielen. Während also das Hauptturnier lief hieß es für mich Überzeugungsarbeit leisten – was manchmal gar nicht so leicht war. Denn eine beliebte Alternative war bei dem sonnigen Wetter für so einige die grüne Wiese und ein überdimensionaler weißer Go-Stein der fliegen konnte…

Die Ergebnisse

Aber auch das schönste Wochenende hat irgendwann ein Ende und so konnte im Hauptturnier Bernd Radmacher (4d) aus Meerbusch mit einem SOS mehr und im direkten Vergleich das Turnier für sich entscheiden. Zweiter wurde Jonas Welticke (5d) aus Bonn vor Martin Ruzicka (2d) aus Freiburg.

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Bernd Radmacher (4d), Jonas Welticke (5d) und Martin Ruzicka (2d) (v.l.n.r)

Der Jugend-Nachwuchs-Preis (Übernahme aller Startgelder für deutsche Turniere für 1 Jahr) ging an Arved Weigmann (6k) der aus Potsdam angereist ist. Über die Flasche Whisky als Ü50-Preis konnte sich Klaus Wacker (8k) aus Dortmund freuen. Im 13×13-Marathonturnier siegte Jens Weber (19k) aus Ratingen.

Der Preis für das schönste Tesuji wurde nicht vergeben, da es in diesem Jahr schlichtweg keine Kandidaten dafür gab. Auch wenn es im DGoB Forum anschließend noch einen Vorschlag gab:

Und so endete das Turnier für uns mit einem guten Gefühl und der Motivation nächstes Jahr wieder zum Recklinghäuser Guzumi einzuladen. Vielen Dank an alle Helfer, Spieler und Freunde die da waren und dieses Turnier zu einem schönen Erlebnis gemacht haben.

Bis nächstes Jahr!
Chris

Zu guter Letzt…

… hier ein paar Bilder des Turniers. Für die Großansicht könnt ihr einfach auf das Bild klicken.

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